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NEUE HEIMAT

Neue Heimat | Berlinische Galerie | 12. September 2007 – 7. Januar 2008
9 Schrauben | Neue Heimat | Berlin 2008 | Ansicht #19 Schrauben | Neue Heimat | Berlin 2008 | Ansicht #29 Schrauben | Neue Heimat | Berlin 2008 | Ansicht #39 Schrauben | Neue Heimat | Berlin 2008 | Ansicht #4
Material: Ikea Bett, Bettdecke, 2 Lampen, Bademantel, Fernseher, Video "Neun Schrauben".
Photograph: Manfred Wilhelms

PLOT: Die eigens für die Ausstellung NEUE HEIMAT konzipierte Installation besteht aus einem IKEA-Bett, inklusive zweier Nachttische und einer Lampe. Der quadratische Treppenpfeiler, ein wesentliches Element der Museumsarchitektur, ist in die Installation des Bettes integriert - ein Zitat des Baumes, der eben dieses Bett im Film THE 9 SCREWS durchdringt. In einer Liveperformance versucht Birgit Ramsauer vergeblich, sich auf dem Bett schlafen zu legen. Gleichzeitig ist das Video auf zwei Bildschirmen der Installation präsent. Innerhalb des Ensembles wird die dynamische Dialektik von Innen- und Außenraum, reproduzierter und real vor Ort erlebter Zeit, in eine mystische Ebene transportiert. Ramsauer ermöglicht so einen Einblick in die psychische Kraft der Fantasie, die allein es vermag, eine Vision der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auszulösen oder abzuwehren. Manchmal dringen alle drei Zeitebenen zugleich in unser Bewusstsein, Gegenwart wird Vergangenheit, Anwesenheit wird Abwesenheit; die Suche nach den fehlenden Teilen, den Schrauben, die alles zusammenhalten sollen, beginnt. [Robert C. Morgan]

ÜBER DIE AUSSTELLUNG: Die Ausstellung zeigt 29 deutsche und ausländische Künstlerinnen und Künstler des zeitgenössischen Berlin, das sich seit der Wiedervereinigung zu einem der wichtigsten kreativen Schauplätze entwickelt hat und für viele zur neuen Heimat geworden ist. Angesichts der zunehmenden Uniformierung einer globalisierten Gesellschaft, stellt sich besonders in der Kunst die Frage nach kultureller Verortung und Identität. Die präsentierten Arbeiten, die größtenteils eigens für die Ausstellung geschaffen wurden, spiegeln die künstlerische Definition von Lebensraum und die schöpferische Aneignung einer zunehmend entfremdeten Umwelt.
Franz Ackermann, Nevin Aladag, Michel de Broin, Christina Dimitriadis, Martin Dörbaum, Paul Ekaitz, Nina Fischer und Maroan el Sani, Christine de la Garenne, Eva Grubinger, Erla Haraldsdóttir und Bo Melin, Anton Henning, Mona Hatoum, Jeroen Jacobs, Takehito Koganezawa,Via Lewandowsky, Tea Mäkipää, Birgit Ramsauer, Mandla Reuter, Miguel Rothschild, Michael Sailstorfer, Yehudit Sasportas, Florian Slotawa, Costa Vece, Jorinde Voigt, Brigitte Waldach
Heimat assoziiert man mit Begriffen wie Heim oder auch Behausung. Daher haben zahlreiche Exponate im weitesten Sinne etwas mit Architektur zu tun. Das Haus ist als schützende Hülle, als Sehnsuchtsort, als Zuflucht gekennzeichnet, aber auch stets als gefährdet, als ein von Verlust bedrohtes Domizil, als Ort des Scheiterns. Nie wird Heimat als etwas Selbstverständliches gesehen, immer ist das Verhältnis zu ihr gebrochen. Ähnlich verhält es sich bei dem Umgang der Künstler mit der Landschaft, die seit jeher besonders mit dem Heimatgefühl verbunden wird. Auch sie ist oft eher ein bedrohtes Territorium. Hinter der Idylle lauert das Unheimliche – das scheinbar Vertraute wandelt sich in sein Gegenteil und wird fremd. Wir begeben uns auf die Wanderschaft: Treu bleiben uns die Dinge, die wir in die Ferne mitnehmen und die das gewohnte Ambiente in Erinnerung rufen. Das einzelne Objekt wird zur Referenz des individuellen Lebens. In einer von Mobilität und Migration geprägten Zeit, in deren schnellen Umbrüchen der permanente Wandel das einzig Sichere scheint, kann Heimat nur in der eigenen Identität gefunden werden. Die Kunst als Entwurf idealer Gegenbilder zur Realität, ist zumeist fern aller Romantik nicht der Idylle verpflichtet, sondern einer sowohl kritischen als auch utopischen Sichtweise auf die Gegenwart. | http://jorindevoigt.com/blog/?p=5

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